Liebe Redaktion,

sehr geehrter Herr Oliver Hochkeppel,

na endlich gibt es auch einmal einen Artikel zum Thema GEMA in der SZ. Die gewählten
Beispiele aus der Branche sind zwar anschaulich, wie schlimm es aber an der Basis ganz
unten aussieht, wird dem Leser leider nicht klar. 10% des Bruttoumsatzes ab 2014 für die
„Großen“? Das zahlen wir schon lange….

Wir führen einen „Singer-Songwriter-Evening“ im Stragula durch. Im Jahr 2008 noch ohne
Eintritt, seit Anfang des Jahres nun mit bescheidenen 4 Euro/Person. Über die Größe des
Venues erreichen wir damit bei max. 50 zahlenden Gästen einen „Bruttoumsatz“ von

200 Euro, im Durchschnitt erreichen wir 160Euro. Für diese Art Veranstaltung forderte
die GEMA 62,70 Euro Gebühren, nur nach Einspruch und ausführlichem Briefwechsel
wurde diese Gebühr auf 21,50 Euro reduziert. Damit zahlen wir also weit mehr als 105%  –

oh ihr glücklichen Großveranstalter! Und natürlich sind diese Gebühren „Netto“….

Nur angedeutet wurde in Ihrem Artikel die Kontrollwut, der ausufernde Bürokratismus
und die nicht transparenten Forderungen.  Wenn Sie Rechnungen erhalten, deren
Positionen sich auf Paragraphen beziehen, die über die Webseite der Gema nicht
nachvollziehbar sind, stehen Sie als Kleinveranstalter „im Regen“. Meldeformulare
der GEMA enthalten nicht die notwendige Information, um statt den 62,70 Euro

auf die „reduzierte“ Gebühr von 21,50 Euro zu kommen. Dafür ist im Frage-/Meldebogen
nichts vorgesehen und muß dann manuell auf dem Formular ergänzt werden. Das ist
bewußt herbeigeführte Abzocke, anders kann man das nicht nennen.

Welche Schierigkeiten wir zusätzlich haben, sog. „GEMA-freie Künstler“ dazu zu
bringen, die geforderten Formulare auszufüllen, sei nur am Rande erwähnt. Hier hat

die GEMA hat noch einen weiten Weg zur „Transparenz und Dialogfähigkeit“ – ob
wir bis dahin als Veranstalter überleben ist dabei fraglich. Bei einer Bewerbungsaktion
für unsere Musiker bei Veranstaltern im Bereich Süddeutschlands waren die
schnellsten Rückläufe Antworten von Venues, die uns mitteilten, daß sie Ihren
Club leider schließen müssen. Warum? Da brauchten wir nicht lange zu nachzufragen.

Mit freundlichen Grüßen

Das Team von Hidden-Tracks

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Veröffentlicht on Juli 21, 2009 at 9:42 am  Schreibe einen Kommentar  

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