Die GEMA und das Recht.

Ich bin seit über zwanzig Jahren GEMA-Mitglied und habe am 19.01.07 in Rostock ein Konzert veranstaltet, auf dem ich – der Interpret Jan Hengmith – ausschließlich eigene – nicht bei der GEMA angemeldete – Werke aufgeführt habe.

Die GEMA schickte mir – dem Veranstalter Jan Hengmith – daraufhin eine „Rechnung für die Nutzung von Werken der GEMA“ über 103,90€.

Meine schriftliche Reaktion darauf (vom 26.09.07):

1.Das Konzert war ein unternehmerisches Disaster und brachte mir nur Einnahmen von 150€.

2.Ich habe auf diesem Konzert nur Eigenkompositionen gespielt, die ich nicht bei der GEMA angemeldet habe und auch nicht anmelden werde. Der GEMA-Passus der „…noch zuwachsender(…)Urheberrechte…“(§1 Berechtigungsvertrag) ist insofern irrelevant, da die GEMA meine langjährige Bitte um Änderung des Vertrags auf „…ausschließlich alle ihm gegenwärtig zustehenden Urheberrechte: das sind die vom Komponisten bei der GEMA angemeldeten Werke…“(§1 s.o.) konsequent ignoriert.

3.Die GEMA hat keinerlei Rechte an Kompositionen, wenn der Urheber der Kompositionen der GEMA ausdrücklich die treuhändlerische Rechtswahrnehmung untersagt. Dies betrifft alle von mir nicht bei der GEMA angemeldeten Werke.

Die Reaktion der GEMA:

Am 19.12.07 wurde der von der GEMA geforderte Betrag (103.90€) schriftlich ohne Begründung durch die GEMA storniert.

Am 16.01.08 wurde mir ein „Gutschriftsbetrag brutto“ über -84,14€ für das Konzert am 19.01.07

schriftlich ohne Begründung angekündigt, der allerdings nie auf eins meiner Konten überwiesen wurde.

Am 19.03.09 – also mehr als zwei Jahre nach dem Konzert – bekam ich eine neue Rechnung über 43,14€ für das Konzert am 19.01.07, zahlbar bis zum 02.04.2009. Darüber hinaus lag diesem Schreiben die Aufforderung bei, meine auf dem Konzert vorgetragenen und nicht bei der GEMA angemeldeten Werke schriftlich zu benennen, andernfalls kann das Konzert bei der Ausschüttung nicht berücksichtigt werden.

Ich stelle hierzu fest:

Die GEMA versucht zwei Jahre nach einem Konzert von mir – dem Veranstalter Jan Hengmith – Geld für GEMA-freie Werke zu kassieren (wozu sie kein Recht hat) und nötigt zugleich mich – das GEMA Mitglied Jan Hengmith  – Werke anzumelden (wozu sie ebenfalls kein Recht hat), deren treuhändlerische Rechtswahrnehmung ich der GEMA ausdrücklich schriftlich untersagt habe . Es erübrigt sich festzustellen, das mein o.g. Konzert bei der bereits abgeschlossenen Ausschüttung für des Jahr 2007 korrekterweise nicht berücksichtigt wurde.

Zum Abschluß noch Zitate aus der Satzung der GEMA:

(…)

§2.Zweck

1.Zweck des Vereins ist der Schutz des Urhebers und die Wahrnehmung seiner Rechte im Rahmen dieser Satzung. Seine Einrichtung ist uneigennützig und nicht auf die Erzielung von Gewinn gerichtet.

(…)

4.Bei der Vergebung der Rechte werden die Bedürfnisse der kulturellen Musikpflege berücksichtigt.

(…)

Natürlich werde ich noch heute (25.03.2009) den von der GEMA geforderten Betrag von 43,14€  an die GEMA überweisen.

Der Veranstalter Jan Hengmith verliert damit ein Drittel seiner Einnahmen aus dem Konzert.

Der Urheber Jan Hengmith sieht von dem Geld nichts.

Die GEMA hat einen Gewinn von 43,14€ erzielt.

Ich frage mich, wie das Vorgehen der GEMA noch mit den Rechten und Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland zu vereinbaren ist.

© 2009 by Jan Hengmith

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Veröffentlicht on Juli 21, 2009 at 9:47 am  Schreibe einen Kommentar  

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